Bei der Planung dieser Etappe habe ich mich schwergetan. Wie weit östlich und wie weit nördlich sollte es gehen. Claudia und ich haben einige Bleiben bei Booking begutachtet. Am Ende haben wir uns für den Lugerhof in Weiding entschieden. Die Kurviger App ermittelte bis Weiding 350km. Das erschien uns passend.

Nach einem wirklich tollen Frühstück verließen wir Gnadenwald. Der Himmel war trüb und der Wetterbericht sagte Schauerwetter voraus.

So sollte es auch kommen. Unsere Tages-Highlights, Achensee und Tegernsee passierten wir im Regen.


Eine Fotopause oder gar eine Rast in einem Kaffee mit Aussicht sparten wir uns, sondern rollten an den schönen Seen vorbei und überquerten dabei die Grenze nach Deutschland. Auch wenn der Regen dann aufhörte, vermissten wir in Deutschland die Leichtigkeit und das Urlaubsfeeling, was man in den Alpen oder Italien sofort spürte. Der Verkehr wird auf den Straßen dichter und die Landschaft flacher. So fuhren wir parallel zum Inn, leider zu selten am Inn, Richtung Alpenvorland.



Als sich gegen 15.00 Uhr mein Wunsch nach einem Kaffeekränzchen manifestierte, bog ich kurzerhand an einem Straßenschild Richtung Aschau am Inn ab. Meine Erwartung: Dieses wohlklingende Städtchen hat 100%ig ein Straßencafé am Inn. Dummerweise liegt Aschau zwar in der Nähe, aber nicht am Inn. Wirklich schön ist es dort auch nicht und anstelle eines Stückchens Torte und einer Tasse Kaffee, gab es ein zweitklassiges Eis in einer drittklassigen Eisdiele. Enttäuschend.
Wir nahmen unsere Route wieder auf, querten bei Dingolfing die Isar, dann bei Straubing die Donau und näherten uns dem Ziel in der Oberpfalz. Angekommen in Weiding, zog ich das Handy aus der Tasche um nach der genauen Adresse der Pension zu schauen. Das erste Mal, dass ich nur den Ortsnamen in die Kurviger App eingegeben habe. 30km bis zur Pension. Wie kann das sein, wo das Dörfchen nur 10 Häuser hat. Das Motorrad an den Straßenrand manövriert und Maps genauer studiert. Verdammt – 30km zurück ins Dörfchen Weiding im Landkreis Cham. Wir waren in Weiding Landkreis Schwandorf. Zum Glück lassen sich die Landstraßen in der Oberpfalz super mit dem Motorrad befahren. Auch wenn wir noch einmal die Regensachen drüberziehen mussten, war der Umweg ein sehr schöner Teil der Tagesetappe.


Wir kamen also nach über 400km und über 7 Fahrstunden im richtigen Weiding an. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit mag, ist hier richtig. Die Pensionswirtin begrüßte uns freundlich und zeigte uns unser Zimmer in der großen Pension. Wir waren die einzigen Gäste. Der Empfehlung der Hausherrin folgend, wanderten wir in einen Nachbarort zur Wirtschaft „Heigl“. Dort war, trotz Öffnungszeit, die Tür verschlossen. Ach, daneben ist ja noch eine Wirtschaft: „Heute gibt’s hier nichts. Wenn der Heigl schon zu hat, ist er in Weiding (wohl der Hauptort) zum Stockschießen. Da gehen wir jetzt auch hin.“ Nun standen wir 20.30 Uhr hungrig in einem Dorf, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ wünschen. Gibt’s halt nichts, quetschte ich noch trotzig raus und wir wanderten Richtung Lugerhof zurück nach Döbersing (Ortsteil von Weiding). Noch mal auf das Motorrad und eine Wirtschaft suchen, erschien uns um diese Uhrzeit (mittlerweile 21.15 Uhr) als wenig sinnvoll. Hungrig ins Bett oder…Lieferando!!! Tatsächlich lieferte ein Lieferdienst innerhalb von 15min zwei leckere Pizzen und zwei Bier. Entspannt ließen wir uns auf der Terrasse nieder und genossen unser Abendessen. Abend gerettet und auch die 6. Etappe wurde als schöner Reisetag verbucht.


