Diese Etappe war nach meiner Erwartung die fahrerisch größte Herausforderung. Reschenpass und Stelviopass waren mir durch zahlreiche Fotos und Videos schon ein Begriff. Die Streckenlänge war mit ca. 250 km daher auch nicht allzu lang geplant.
Wir starteten mit einem sorgenvollen Blick in den Himmel. Der Wetterbericht sagte für heute schwere Gewitter in Norditalien vorraus. So etwas kann man auf einer Passfahrt wirklich nicht brauchen.
Das trockene Wetter hielt sich aber über die meiste Zeit des Tages. Die Tour wurde daher, zumindest in den Bergen, landschaftlich ein Genuss.
Den versprochenen Kirchturm des versunkenen Dorfes Graun haben wir leider nur aus der Ferne vom anderen Ufer des Reschensees gesehen. Die Kurviger App schickte uns am kurvigen Westufer des Sees entlang. Wir haben zwar den Foto-Hotspot verpasst, sind aber auf einer kleinen, bergigen Straße unterwegs gewesen und haben am Ende sogar die Staumauer befahren.


Deutlich anspruchsvoller und auch landschaftlich imposanter war die Auffahrt auf dem Stelviopass. Durch zahlreiche Videos im Internet war klar, dass das für uns eine fahrerische Herausforderung wird, die man als Team meistern muss.
Auch wenn uns einige Motorräder überholt haben, gab es oben ein Lob von einem anderen GS-Fahrer, der uns Solo gefolgt war und meinte: „Respekt, wie du die Fuhre hochgefahren bist. Gute Kurvenlinie.“ So etwas freut doch den Flachland-Tiroler.
Einen kleinen Eindruck gibt das kurze Video der Insta 360.



Oben erwartete uns eine überwältigende Aussicht, die man gar nicht würdig in den Bildern und Videos festhalten kann.
Nach diesem definitiven Highlight fuhren wir weiter Richtung Süden. Ab Bormio ging es weitestgehend der Via Stelvio SP27 folgend (die Navi-App schickte uns immer mal auf kleine, kurvige Nebenstraßen) bis nach Tiolo. Wir bogen in die SS42 dir/A ab und es ging wieder in die Berge. Weniger spektakulär als der Stelvio, aber trotzdem fahrerisch und landschaftliche eine Augenweide ging es über den Mortirolopass. Ein paar Eindrücke habe ich in diesem kurzen Video zusammengeschnitten. Kurven und Kehren, kaum Verkehr und einfach nur LANDSCHAFT. Herrlich!
Ab Sonico war es dann so weit, der Himmel färbte sich fast schwarz und wir entschieden uns, die Regensachen drüber zu ziehen und bei der Kurviger-App von „extra kurvig“ auf „schnell“ zu wechseln. Ab jetzt führte die Strecke uns durch wenig attraktive, durch Gewerbe und Industrie geprägte Orte. In strömenden Regen kamen wir dann am Iseosee an und steuerten am Seeufer entlang Richtung unsere heutigen Bleibe, dem „Beachhotel Eurovil“. Leider verdarb hier der Regen uns wirklich den Flair des Sees und das triste Hotel, Marke Touri-Bunker passte dazu. Aber: Betten gut, Frühstück gut. Nur länger verweilen, wollten wir nicht. Dafür ging es abends bei wieder schönem Wetter zu Fuß in ein nobles, aber wirklich tolles Restaurant und wir ließen bei tollem italienischen Essen diesen wahnsinnig schönen Tag noch einmal Revue passieren.


